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23.02.2015 Unterrepräsentiert aber von hoher Qualität: Filme von Regisseurinnen

Kategorie: Kommunikationswissenschaft

(English press release -please ask Prof. Elizabeth Prommer, Mail: elizabeth.prommer(at)uni-rostock.de)

Nur jeder fünfte deutsche Spielfilm (22 %) der Jahre 2009–2013 wurde von einer Frau inszeniert. Diese Filme bestechen aber offensichtlich durch eine hohe Qualität, denn Filme von Frauen erhalten häufiger Filmpreise und laufen viel erfolgreicher auf Festivals. Dieser Erfolg ist bemerkenswert, bedenkt man neben der Unterrepräsentanz von Frauen in der Filmproduktion, dass ihre Filme in der Regel finanziell schlechter ausgestattet sind. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Medienforschung der Universität Rostock.
Männer erhalten deutlich mehr Geld für ihre Filme, als Frauen. Betrachtet man die Projekte, die gefördert wurden, dann zeigen sich deutliche Ungerechtigkeiten bzgl. Filmen von weiblicher und männlicher Regie. In der Summe erhalten von Frauen inszenierte Spielfilme nur ca. 65 Prozent der Fördersumme, die Männer für ihre Projekte bekommen. Im Mittelwert erhält ein Film, den eine Frau inszeniert hat ca. 660.000 Euro Filmförderung, während ein Film, den ein Mann inszenierte über 1.000.000 Euro erhielt.
Dabei verteilen die Förderinstanzen ihre Gelder unterschiedlich. Der DFFF ist der „geschlechter-ungerechteste Fördertopf“. Diese quasi automatische Förderung nach Filmbudgethöhe benachteiligt Frauen deutlich. Sie bekommen in etwa die Hälfte der Mittel pro Produktion. Während die Höhe der Förderung bei der FFA und dem BKM keine sehr großen Unterschiede aufweisen, ist der Unterschied beim DFFF also am deutlichsten.
Neben der geringen Filmförderung die einem Projekt mit einer Regisseurin zukommt, hat diese auch ein geringes Gesamtbudget zur Verfügung. Dieses insgesamt niedrigere Budget führt offensichtlich zu einem vom Verleiher antizipierten geringeren kommerziellen Potential, da Filme von Regisseurinnen mit einer geringeren Kopienzahl starten. Unter den kommerziell erfolgreichen deutschen Kinofilmen, finden sich von Frauen inszenierte Filme nur in Ausnahmen.
Gleichzeitig haben diese Filme andere Qualitäten: Von Frauen inszenierte Filme gewinnen häufiger Filmpreise und nehmen häufiger an Filmfestivals teil. So wird ein Film einer Frau häufig auf drei, vier oder fünf Festivals gezeigt, besonders unter den Festivalhits, die auf mehr als 5 Festivals laufen, sind viele von Frauen inszenierte Filme.
Fazit der Studie ist: Frauen sind im deutschen Kinofilm deutlich unterrepräsentiert, da nur jeder fünfte Film von einer Regisseurin inszeniert wurde, sie erhalten außerdem weniger Filmförderung und haben ein geringes Budget. Die Filme jedoch, die von Frauen inszeniert werden, werden von Kritik und Jurys geschätzt. Sie erhalten häufiger Filmpreise und nehmen häufiger an Festivals teil.
Der Bericht „Wer dreht deutsche Kinofilme? Gender-Report 2009–2013“ analysiert inwieweit sich Filme, die von Frauen inszeniert wurden von Filmen unterscheiden, bei denen Männer Regie geführt haben. Untersucht wurden Unterschiede bzgl. Höhe der Förderung, des Budget, aber auch bezüglich der Einspielergebnisse und Festivalerfolge.
Untersucht wurden alle deutschen Spielfilme die in den Jahren 2009–2013 uraufgeführt wurde. Datengrundlage waren die FFA berichte. Zusätzlich haben wir Förderung, Besucherzahlen, Umsatz und Festivalauswertung miterhoben.

Rückfragen bitte an: Prof. Dr. Elizabeth Prommer elizabeth.prommer(at)uni-rostock.de oder 0179-2954679.

Den vollständigen Bericht können Sie bei Frau Prof. Dr. Prommer per Mail erfragen (E-Mail: elizabeth.prommer(at)uni-rostock.de)

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